Alles rund um den Animationsfilm

Der Animationsfilm „Tarzan“ von Reinhard Kloos ist besonders beliebt und gilt für aufregend, modern, witzig und psychologisch tief.

An die fantastische Fantasy-Welt von „Avatar“ und dem lokalen ökologischen Kampf gegen industrielle Nutzung erinnert der Dschungel kräftig. Und damit ist auch noch ein Bogen zu SciFi- und Abenteuerelemente geschlagen, die durch einen Weltall-Kometen in diese Geschichte einschlagen. Selbst Hitchcocks „Vögel“-Horror blinkt kurz.

Mit all dieser Ladegeschichte bleibt „Tarzan“ eine psychologisch eleganter und manchmal spielerischer Film über das Erwachsenwerden. Wir sehen Tarzan, wie er als „Affen ohne Fell“ spielerisch in der Affenwelt integriert. Wie er sich dann aber später seinen Rang erkämpfen muss – brutal aufregend gegen den Sippen-Tyrannen. Es ist schön, dass die Tiere hier natürlich bewohnt und nicht einfach vermenschlicht werden. Dennoch werden alle psychologischen Fragen ausgespielt, die auch beispielhaft in der fremden Welt der Natur nachgewiesen werden kann: die Nabelschnur von der Mutterliebe, die Frage, wann man noch Junge, vielleicht schon Mann ist, der Punkt, an dem man selbst Verantwortung übernehmen muss und die Frage nach der Missionen im Leben, die hier klar, aber ohne übertriebene Pädagogik, mit der ökologischen Verantwortung beantwortet wird. Diese neue „Tarzan“ so dynamisch ist, die Handlung komplex, manchmal schwer, dass er erst ab 10 Jahren sinnvoll anzuschauen ist.

Schwer angesagte Science-Fiction-Film: Santa Claus Conquers the Martians

Auf zwei Arten hat Santa Claus Conquers the Martians auf – ähem – Ruhm. Um das Film-Debüt des 80er-Jahre-Starlets Pia Zadora geht es sich zum einen – an die man sich zugegebenermaßen heute kaum noch erinnert. Als einer der schlechtesten (SciFi-)Filme gilt er zum anderen alle Zeiten: Sowohl dem einflussreichen Buch The Fifty Worst Films of All Time als auch The Official Razzie Movie Guide – Enjoying the Best of Hollywoods Worst ist er jeweils einen Eintrag wert; er ist außerdem in der deutschen Veröffentlichung Invasion des Wahnsinns – Die schlechtesten Science-Fiction-Filme vertreten.

Etwas ist selbstverständlich an so viel Schande und Schimpf dran, und leider nicht auf die Nikolaus zischt in seinem von Rentieren im Raumanzug gezogenen Kampfschlitten über den Mars und ballert böse Marsmenschen mit seiner Strahlenkanone nieder-Weise, die man sich aufgrund des Titels erhoffen würde. Damit er etwas Freude und Kindlichkeit in das Leben ihres allzu ernsten Nachwuchses bringt, entführen die Marsianer Santa Claus stattdessen.

Santa Claus Conquers the Martians geht einfach jegliche Subtilität ab. Die Kulissen sind möglichst farbig und grob. Aus einem Waschmittelkarton scheint der Mars-Roboter gebastelt. Die Charaktere überzeichnet zu nennen wird ihnen kaum gerecht: Der dämliche Sidekick des Mars-Königs Kimar (King + Mars: auch bei der Namensgebung keine Subtilität) ist unerträglich, der Bösewicht grollt bilderbuchmäßig und hat einen auffallenden Schnurrbart, Santa Claus selber ist ekelhaft gut gelaunt und fröhlich – außer (aber liebevoll) in Bezug auf Mrs. Claus. Nur Puff-, Bumm und Zack-Effekte wie in der 60er-Batman-Serie fehlen beim Fauskampf zwischen Bösewicht und Kinar. Auf dem Kopf haben die grüngesichtigen Mars-Bewohner verdammt noch mal Antennen!

Ob Santa Claus Conquers the Martians bei den üblichen Beurteilungen mit dem richtigen Maß gemessen wird? Trotzdem sind wir nicht sicher. Denn eigentlich geht es sich bei ihm nicht um einen ernst gemeinten Science-Fiction-Streifen, sondern um einen reinen Kinderfilm. Darauf deutet aber die ganze Machart des Films hin, dass er für junge und jüngste Zuschauer gedacht ist. Das unterschtützt der Oberschurke schließlich hauptsächlich von Kindern mit dem gesammelten Spielzeug-Arsenal aus Santas Mars-Werkstatt besiegt wird oder dies auch das etwa die Titelmelodie von einem Kinderchor gesungen wird.

Nicht, dass Santa Claus Conquers the Martians ein guter Kinderfilm ist, Bevor man ein Urteil über ihn spricht, doch trotzdem sollte man dies im Hinterkopf halten.