The Mole People im Übersicht

Von manchen Personen wurde bis weit in die Neuzeit gewissenhaft die These vertreten, dass die Erde im Inneren hohl sei und sich dort eine weitere Welt befinde. Jule Vernes Die Reise zum Mittelpunkt der Erde ist die bekannteste literarische Ausformung dieser im englischen Hollow Earth Hypothese genannten Theorie. Mit diesem Szenario spielt auch The Mole People.

Hier wird Verne zwar also nicht direkt referenziert, doch im etwas ungelenken Intro des Films stellt Prof. Frank C. Baxter unterschiedliche Versionen der Hollow-Earth-These vor: die von Karl Neupert, John Cleves Symmes und Cyrus Reed Teed.

Irgendwo in Asien (wohl in Mesopotamien) an einer sumerischen Ausgrabungsstätte arbeitet eine Gruppe amerikanischer Archäologen in The Mole People. Finden sie nach einem Erdbeben ein freigelegtes sumerisches Artefakt, das auf einen nahe gelegenen Berg von einer Flucht zu Zeiten einer großen Flut erzählt. Ganz in Indiana-Jones-Manier machen sich die Forscher auf, den Berg zu besteigen. Durch einen Unfall entdecken sie dort im Inneren des Berges eine Zivilisation, die seit sumerischer Zeit dort abgeschottet von der Außenwelt überlebt hat.

Zu den üblichen Verirrungen und Intrigen kommt es, inklusive einer geplanten Opferung an die Göttin Istar durch den unerlässlichen bösen Hohepriester; und in die Eingeborene Adad selbstverständlich verliebt sich der Archäologe Dr. Roger Bentley.

Man kann hier wie schon in Obschon Der Schrecken vom Amazonas einige Standard-Tropen erkennen, obgleich The Mole People nichts mit der üblichen Raumfahrt-Science-Fiction zu tun hat. Es gibt hier statt des gefahrvollen Flugs mit einem Raumschiff die Besteigung des Berges. Hier wird das innere der Erde statt eines fremden Planeten erreicht. Zur Raumfahrt-SF gibt es sogar eine weitere Parallele: Was dort der Meteoriten-Schauer ist, übernimmt hier die Schnee-Lawine. Und abgearbeitet wird ein weiteres SciFi-Film-Klischee: die exotische Tanzsszene. Ansonsten doch erinnert The Mole People, auf jeden Falls sobald die versunkene Zivilisation erreicht ist, dank der wenig überzeugen Maulwurf-Menschen-Masken und der übertrieben exotischen Kostüme vor allem an SciFi- und Abenteuer-Serials der 30er und 40er Jahre.

Das Ende des Films ist bemerkenswert: Für Bentley und Adad gibt es trotz gelungender Flucht kein Happy End, sondern Adad kommt am Berg um. Dies war laut imdb ursprünglich anders geplant. Weil man die mögliche Andeutung einer gemischt-rassigen Beziehung vermeiden wollte, wurde das Ende auf Druck der Produktionsfirma neu gefilmt.

Schwer angesagte Science-Fiction-Film: Santa Claus Conquers the Martians

Auf zwei Arten hat Santa Claus Conquers the Martians auf – ähem – Ruhm. Um das Film-Debüt des 80er-Jahre-Starlets Pia Zadora geht es sich zum einen – an die man sich zugegebenermaßen heute kaum noch erinnert. Als einer der schlechtesten (SciFi-)Filme gilt er zum anderen alle Zeiten: Sowohl dem einflussreichen Buch The Fifty Worst Films of All Time als auch The Official Razzie Movie Guide – Enjoying the Best of Hollywoods Worst ist er jeweils einen Eintrag wert; er ist außerdem in der deutschen Veröffentlichung Invasion des Wahnsinns – Die schlechtesten Science-Fiction-Filme vertreten.

Etwas ist selbstverständlich an so viel Schande und Schimpf dran, und leider nicht auf die Nikolaus zischt in seinem von Rentieren im Raumanzug gezogenen Kampfschlitten über den Mars und ballert böse Marsmenschen mit seiner Strahlenkanone nieder-Weise, die man sich aufgrund des Titels erhoffen würde. Damit er etwas Freude und Kindlichkeit in das Leben ihres allzu ernsten Nachwuchses bringt, entführen die Marsianer Santa Claus stattdessen.

Santa Claus Conquers the Martians geht einfach jegliche Subtilität ab. Die Kulissen sind möglichst farbig und grob. Aus einem Waschmittelkarton scheint der Mars-Roboter gebastelt. Die Charaktere überzeichnet zu nennen wird ihnen kaum gerecht: Der dämliche Sidekick des Mars-Königs Kimar (King + Mars: auch bei der Namensgebung keine Subtilität) ist unerträglich, der Bösewicht grollt bilderbuchmäßig und hat einen auffallenden Schnurrbart, Santa Claus selber ist ekelhaft gut gelaunt und fröhlich – außer (aber liebevoll) in Bezug auf Mrs. Claus. Nur Puff-, Bumm und Zack-Effekte wie in der 60er-Batman-Serie fehlen beim Fauskampf zwischen Bösewicht und Kinar. Auf dem Kopf haben die grüngesichtigen Mars-Bewohner verdammt noch mal Antennen!

Ob Santa Claus Conquers the Martians bei den üblichen Beurteilungen mit dem richtigen Maß gemessen wird? Trotzdem sind wir nicht sicher. Denn eigentlich geht es sich bei ihm nicht um einen ernst gemeinten Science-Fiction-Streifen, sondern um einen reinen Kinderfilm. Darauf deutet aber die ganze Machart des Films hin, dass er für junge und jüngste Zuschauer gedacht ist. Das unterschtützt der Oberschurke schließlich hauptsächlich von Kindern mit dem gesammelten Spielzeug-Arsenal aus Santas Mars-Werkstatt besiegt wird oder dies auch das etwa die Titelmelodie von einem Kinderchor gesungen wird.

Nicht, dass Santa Claus Conquers the Martians ein guter Kinderfilm ist, Bevor man ein Urteil über ihn spricht, doch trotzdem sollte man dies im Hinterkopf halten.